Freitag, 26. Juli 2013

Die Erkenntnis des Jahres :-)

Heute haben Nadja und ich herausgefunden, dass es einen Knopf im Badezimmer gibt, der macht, dass warmes Wasser aus der Dusche kommt!!! Die eisig kalten Duschen in den letzten Wochen waren also umsonst. Ausserdem wollten wir im Blog schon über die kalten Duschen berichten (wir schreiben auf einem Zettel auf, was wir noch so alles im Blog schreiben wollen) und unsere Erkältung haben wir, jedenfalls teilweise, auch dem kalten Wasser zu verdanken, was auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
Wenn wir schon beim Duschen sind: Da die eine Dusche kaputt ist, müssen wir Eli's Dusche benutzen (wer fleissig Blog gelesen hat, weiss das). Dort sind uns schon zwei Eidechsen begegnet, eine war ziemlich klein und die andere meiner Meinung nach ein "Riesenteil!", Nadja hingegen störte sich wenig an den Viechern und sie fand sie möglicherweise sogar noch "härzig".

Das Wetter hier ist in den letzten Tagen ziemlich schlecht und kalt. Auf der Kinderabteilung sind wir beinahe draussen (Fotos folgen) und heute haben wir sogar unsere Leggins als Strumpfhosen angezogen (Naja, es ist ja auch Winter). Am Wochenende wollen wir an einem See campen und baden gehen. Mal sehen, ob etwas daraus wird.
Die Nächte sind noch kälter als die Tage und wir benutzen beide zwei Bettdecken.
Mittlerweile können wir ziemlich gut durchschlafen, aber am Anfang wurden wir immer wieder vom Hundegebrüll geweckt (oder, wenn Eli spät in der Nacht nach Hause kam). Rücksicht nehmen auf andere, die schlafen, scheint hier in Kenia kein grosses Thema zu sein, wie wir es bis jetzt erlebt haben (nicht nur unser Schlaf wurde gestört!).

Momentan sind wir am fernsehen, ein Actionfilm (Wie wir beim letzten Besuch von Jacky's Sohn und ihren Neffen und Nichten bemerkt haben, ist es hier nicht ungewöhnlich auch Kindern einen Actionfilm mit Waffen und Schiesserein zu zeigen). Der Fernseher läuft hier etwa den ganzen Tag und manche afrikanische Sendungen sind sehr lustig (Nadja und ich lachen uns über die Handlungen und die Qualität der Filme manchmal fast zu Tode). Für alle, die ein Feeling für die Sendungen haben möchten: Ich habe einen afrikanischen Film gekauft (für Sfr. 1.50) und werde ihn mit in die Schweiz bringen.
Das Englisch in den Filmen ist übrigens auch sehr lustig, mit viel Akzent. Überhaupt ist es hier teilweise sehr schwierig die Leute zu verstehen, da sie einen anderen Akzent als wir haben und meistens sehr leise sprechen, z.B. wenn sie uns im Spital etwas erklären (wir wissen noch nicht genau warum sie das so machen). Und was auch noch schwierig ist, ist, dass die Leute sich beim Sprechen gegenseitig nicht anschauen (sondern irgendwohin schauen) und Nadja und ich merken manchmal gar nicht, wenn sie zu uns sprechen.
Doch umso länger wir hier sind, umso besser verstehen wir die Leute. Manchmal denken wir auch schon Englisch, machen uns Notizen in Englisch oder geben uns gegenseitig Antworten in Englisch.
Auch Suaheli haben wir ein bisschen gelernt und die wichtigsten Höflichkeitsfloskeln sind in unseren Köpfen gespeichert und gut abrufbar, insofern wir merken, dass wir angesprochen sind und die Leute die Wörter in einem angemessenen Tempo aussprechen.

Zwei Dinge möchten wir euch auch noch mitteilen:
Wie ihr in unseren Blogeinträgen vielleicht schon gelesen habt, ist zu spät kommen hier nichts Aussergewöhnliches, auch, wenn es mal drei Stunden sind. Wir haben eine Formel herausgefunden, die es meistens sehr gut trifft: nämlich mal drei rechnen.
5 Minuten werden also zu 15 Minuten und eine Stunde zu drei Stunden. Dies heisst aber noch lange nicht, dass dies wirklich immer genügend mal gerechnet ist! Wenn wir dann mal pünktliche Personen sehen, sind wir ganz überrascht und als heute um die gleiche Uhrzeit wie gestern wieder das gleiche Matatu kam, schauten wir ganz verwundert aus der Wäsche.
Das Zweite ist etwas irritierend für uns. Wenn jemandem ein Missgeschick passiert, ohne dass jemand anderes Einfluss hatte, entschuldigen sie sich hier. Zum Beispiel, wenn jemandem etwas auf den Boden fällt oder jemand stolpert oder sich jemand verschluckt, entschuldigen sich alle anderen. Vielleicht finden wir ja noch heraus, was dahinter steckt. "Gesundheit" nach einem Niesen sagen sie übrigens nicht, Nadja und ich sind die einzigen, die dies hier machen.

So, das waren einige unserer Eindrücke der ersten Wochen. Heute ist schon ein Drittel unseres ganzen Aufenthaltes und die Hälfte des Wahlpflichtpraktikums im Spital vorbei. Die Zeit vergeht hier sehr schnell und wir haben immer etwas zu tun.
Am Wochenende werden wir also campen gehen und am Sonntag Abend oder Montag Abend werde ich den nächsten Blogeintrag machen und euch darüber berichten.
Allen ein erholsames Wochenende mit hoffentlich (ich weiss es zwar!) besserem Wetter als hier.

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