Mittwoch, 24. Juli 2013

Reise nach Migori

Migori ist eine Gemeinde in der Provinz Nyansa. Somit haben wir fast den ganzen Westen von Kenia durchquert und sind fast bis zur Grenze zu Tanzania gereist. Die Reise dorthin dauert ca. sechs Stunden, mit Pausen und Stau aber natürlich viel länger. Hier die Karte für alle Interessierten:



Freitag, 19.7.
Am Freitag fuhren wir los, um die nächsten Tage bei Elis Grossmutter zu verbringen. Leider ist es hier ziemlich früh dunkel, weshalb wir bei einer befreundeten Familie von Eli übernachten mussten.
Sie waren sehr gastfreundlich, aber am Samstag morgen machte der Vater der Familie, Eric, ein Video von uns, wobei wir uns gar nicht wohl fühlten. Denn er lief rund um uns herum und fragte uns dabei Fragen über die Gesundheitsversorgung hier und was wir dazu denken. Dann wollte er noch eine Nahaufnahme von unseren Gesichtern machen. Das nächste Mal, wenn ich in vor einem Zoo stehe, werde ich mir dreimal überlegen, ob ich dies den Tieren wirklich antun soll..!

Samstag, 20.7.
Nach dem Frühstück fuhren wir weiter nach Migori. Wir machten zwischendurch einige Pausen und besuchten einige Verwandte von Eli, wie zum Beispiel auch seine zweite Grossmutter (von etwa 100 Grossmüttern, den Überblick über die Verwandtschaft haben wir schon lange verloren, so viele Grosseltern, Tanten, Onkel und Cousins und Cousinen, denn hier ist es üblich mehrere Frauen zu haben und auch wenn man nicht blutsverwandt ist, ist man verwandt). Wir schenkten ihr ein paar von den Kleidern, die ich mitgebracht habe und sie freute sich sehr über die Kleider "aus dem Ausland". Übrigens konnten wir vielen Menschen eine grosse Freude bereiten mit nur kleinen Sachen wie z.B. einem Stück Schokolade, einem Bonbon oder mit den mitgebrachten, nicht mehr benutzten Kleidern.
Am Nachmittag erreichten wir das Haus der Grossmutter, das für ein paar Tage unser Zuhause war.
Wir wurden sehr herzlich empfangen und überhaupt alle Leute dort waren sehr gastfreundlich und wollten uns ihr Haus zeigen. Eli erklärte uns, dass es für sie eine Ehre sei, wenn Weisse sie besuchen.
Mit Eli und Matthiew, seinem Cousin (ihn haben wir jetzt mit nach Nairobi genommen und das Leben in der Stadt ist sehr neu und ungewohnt für ihn, Blogeintrag folgt :-) ) gingen wir anschliessend Fussball schauen. Das Spiel hat etwa die gleichen Regeln, Schiedsrichter und Linienrichter sind vorhanden, aber einige spielten in Socken oder barfuss und das Feld war nicht so flach wie wir es normalerweise haben.
Am Abend schliefen wir zum ersten Mal im Haus der Grossmutter, im Wohnzimmer auf einer Matratze. Die Nacht war sehr laut, da auch Katzen und Hühner im Haus übernachten.

Sonntag, 21.7.
Am Sonntag kamen die Spieler aus der Fussballmannschaft vorbei, um Wände in der Küche der Grossmutter anzubringen.
Eli, Nadja und ich besuchten mit einem ehemaligen Schulkollegen von ihm eine Schule, eine Kirche und eine politische Veranstaltung (sein Kollege ist ein lokaler "Subgemeindepräsident"). Überall zogen wir mit unserer weissen Haut alle Blicke auf uns und die Person, die bei unserer Ankunft eine Rede hielt, stoppte abrupt und ein Gemurmel ging durch die ganzen Menschenmenge (ca. 500 Leute).
Am Abend besuchten wir noch den Gouverneur von der Gemeinde Migori, Zachary Okoth Obado, in seinem Haus, was eine sehr grosse Ehre zu sein schein ( für Eli und seinen Kollegen, wir kannten ihn ja gar nicht..). Sein Haus würden wir in diesen Verhältnissen als Palast beschreiben und sein Wohnzimmer, wo wir empfangen wurden, hatte Marmorboden und einen riesigen Fernseher.

Montag, 22.7.
Wir hatten die Chance im Othoro Subdistrict Hospital zu arbeiten. Dieses Spital ist noch einmal eine Klasse tiefer als das Mbagathi District Hospital, in welchem wir normalerweise arbeiten. Dort erklärten sie uns alles bis ins letzte Detail und sie leisten dort eine grossartige Arbeit trotz wenig Ressourcen. Besonders aufgefallen ist uns die Ordnung, die sie dort haben und die Dokumentation war sehr exakt, jeder Patient wurde registriert und jede Intervention in einem Buch festgehalten.
Am Abend besuchten wir noch einige Nachbarn und gingen zum "Fluss", für uns war es eher ein kleiner Teich.

Dienstag, 23.7.
Da wir um 10.00 Uhr losfahren wollten, haben wir entschieden nicht mehr ins Spital zu gehen für diese kurze Zeit. Stattdessen machten wir uns um 7.00 Uhr auf zum Fischen und tatsächlich waren wir erfolgreich und fingen einen Fisch.
Die Heimreise war sehr unbequem, da wir insgesamt 5 Personen, 4 Hühner, 1 Hahn und jede Menge Essen im Auto waren (leider mussten wir zuhause ein totes Huhn verzeichnen). Und zuhause angekommen sind wir erst nach zehn Stunden!


Obwohl wir nur in einfachen Verhältnissen (ohne Storm und fliessendes Wasser) gelebt haben, hat uns dieser Ausflug sehr gefallen. Vor allem war das Wetter immer schön warm und der Ort war sehr ruhig (nicht diese Hektik und Kälte wie in Nairobi).
 

 Übernachtung am Freitag
 
 Frühstück am Samstag
 
 Eli's Grossmutter, die wir nur kurz besuchten
 
Das Haus von Eli's Grossmutter, unser Zuhause für einige Tage
 
 Die Küche (vor dem Umbau)
 
 Fussballmatch
 
 Z' Nacht ohne elektrisches Licht
 
 Das Wohnzimmer
 
Unser Bett im Wohnzimmer
 
Die kleinen Kätzchen und Mama Katze
 
 Ich mit den Kindern
 
Mary, Eli, Grossmutter, Nadja, Jackie
Besuch der Schule
 
 Besuch der Kirche
 Wände für die Küche (aus Erde und Wasser)
 
 Besuch beim Gouverneur von Migori (in der Mitte)
 
 Othoro Subdistrict Hospital - Kinderabteilung
 
 Othoro Subdistrict Hospital
 
in einem Restaurant
 
 Matthiew beim Waschen seiner Kleider
 
 auf dem Weg zum "Fluss"
 
 meine mitgebrachten Kleider und die neuen Besitzer
 
 Fischen
 
 einziger Fisch, der angebissen hat
 
 Gruppenfoto zum Abschied
 
 Rückreise
 
Affe auf der Strasse

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen